Was haben ein ausgemustertes U-Boot, ein weiser Hofnarr, bunte Frühsommer-Wiesen, der 1000-Quellen-Weg, weiße Molasse-Felswände, Heidenlöcher und alte Bäume von 1906 gemeinsam? Alle wurden von 26 beschwingten Wanderern des Schwarzwaldvereins bei einer Samstagswanderung entdeckt!
Nach einer kurzweiligen Bahnfahrt konnten wir die Tour pünktlich in Stockach beginnen. Nach wenigen Minuten landen wir vor dem Oberteil eines U-Bootes mit mehreren Matrosen (2001 amtierender Bundesverteidigungsminister Scharping in mehrfacher Ausführung) und einer nackten Schönen………….dem Denkmal von Peter Lenk „Der Traum eines Seemannes“. Nein……es folgt keine lange Kunstbeschreibung, nur ein Satz, der Künstler stellt die Sehnsucht der Seeleute nach Liebe über den Kriegsdienst. Das Kunstwerk regt den Betrachter in der heutigen Zeit genauso zum Nachdenken an, wie im Entstehungsjahr. Danach erwartete uns die schmucke Altstadt von Stockach mit dem Hans-Kuony-Brunnen. Der Hofnarr von Herzog Leopold I. gab im 14. Jahrhundert einen guten Rat, bekam einen Wunsch erfüllt und daraus entstand letztendlich das Stockacher Narrengericht. Umgedichtet auf den SWV würde der Ratschlag etwa lauten: die Wanderführer müssen nicht nur beraten, wie wir in den Wald kommen, sondern auch überlegen, wie wir wieder herausfinden.
Genug Geschichte, jetzt aber hinaus in die Natur. Durch Wiesenlandschaft in vielen Grüntönen, vorbei an reizvollen Ausblicken wanderten wir ein Teilstück des 1000-Quellen-Weges. Der Weg wurde schmaler und naturbelassener………..und da war er wieder, der Hofnarr, die Kuony-Quelle sprudelte vor uns aus dem Boden. Nach der Berlinger-Siedlung und einem wunderschönen Panorama-Blick Richtung Bodanrück begann der schmale Pfad an der Bergflanke. Immer mehr Felsen kündigten die Heidenhöhlen (auch Heidenlöcher genannt) schon an. Vor der weißen, hohen Molasse-Sandstein-Felswand wurden die Taschenlampen gezückt und der Verbindungsgang erkundet. Ursprung und Funktion der Höhlen sind nicht bekannt, aber sie sind von Menschenhand bearbeitet worden. Zeitweise waren sie sogar bewohnt und mit Fenster und Türen versehen (1794, Bauer Geng). Nach der Mittagspause ging es in großen Bogen nach Stockach zurück. Zwei kleine Ausklänge beendeten die Tour. Einer für das Auge, die bunten, kunstvoll gestalteten Blumenrabatten des Stockacher Stadtgartens (beachtlicher Baumbestand aus dem Gründungsjahr 1906) und einer für den Magen………..die Schluss-Einkehr!
Dank an unsere Wanderführerinnen Tatiana und Sybille!
Bericht: Ulrike Monschau
Fotos: Wolfgang Schielke, Tatjana Nelyubina, Walter Biselli
Tourdaten:
Schwierigkeit: mittel
Strecke: 11 km ⬌, je 50 hm ▲▼


