Rund um den Überlinger See

am Do 30.04.2026 mit Bärbel und Detlef Zilz

Von Langenrain bis Ludwigshafen durch die Marienschlucht

Am Walpurgistag machten sich Maria und weitere 24 Naturbegeisterte unter der Leitung von Detlef Zilz auf den Weg, die Marienschlucht auf dem Bodanrück nach elfjähriger Sperrung wieder zu erkunden. Von Langenrain aus folgten wir dem Querweg Freiburg–Bodensee hinauf zur Blissenhalde, hoch über dem Überlinger See.

Vor der Burgruine Kargegg wechselten wir auf den neu angelegten Verlauf des Querwegs, der nun auf einem sicheren Panoramasteg oberhalb der Marienschlucht verläuft. Detlef erläuterte anschaulich die Geschichte der malerischen Schlucht, die bereits 1897 touristisch erschlossen wurde. Ihren ursprünglichen Namen „Mariaschlucht“ erhielt sie durch Maria Gräfin von Walderdorff, die sich im gleichen Jahr mit Othmar von und zu Bodman verlobte. Später setzte sich die Bezeichnung „Marienschlucht“ durch.

Von 1897 bis 2015 konnten Besucher die Schlucht hautnah zwischen engen Felswänden sowie entlang und über dem Tobelbach erleben. Zweimal wurden die Stege durch Naturgewalten zerstört, sodass die Schlucht jeweils über Jahre hinweg gesperrt werden musste. Erst 2026 wurde sie mit einem neuen, sicheren Panoramasteg aus Stahl wieder zugänglich gemacht. Dieser verläuft teilweise bis zu zehn Meter über dem Talgrund, der durch Gitterroste sichtbar bleibt – ein Erlebnis, das etwas Schwindelfreiheit erfordert.

Am Ufer des Überlinger Sees angekommen, genossen wir unsere Mittagsrast. Anschließend setzten wir die Wanderung am Mondfelsen entlang auf dem Seeweg in Richtung Bodman fort – begleitet von herrlichen Ausblicken über das „Schwäbische Meer“ nach Sipplingen und Ludwigshafen, unserem Ziel.

In Bodman zog uns zunächst der schiefe Kirchturm in den Bann: Er neigt sich um stabile 1,40 Meter nach Norden in Richtung See – „vermutlich, um die Aussicht in vollen Zügen zu genießen“. Am werktags frei zugänglichen Schlosspark vorbei erreichten wir das erste Kunstwerk des über die Region hinaus bekannten Bildhauers Peter Lenk.

Sein „Narrenschiff“ am Seeufer nimmt Bezug auf den gleichnamigen Bestseller von Sebastian Brant aus dem Jahr 1494, der zeitlose menschliche Laster wie Habsucht und Maßlosigkeit thematisiert. Mit den Protagonisten aus dem Diesel-Abgasskandal prangert Lenk zudem die Verflechtungen zwischen Automobilindustrie und Politik an. Weitere provokante Werke bestaunten wir im Skulpturengarten des Künstlers.

Im Anschluss umrundeten wir das nördliche Ufer des Überlinger Sees und wanderten durch das Naturschutzgebiet Aachried an der Mündung der Stockacher Aach vorbei nach Ludwigshafen. Dort erläuterte uns Detlef das Triptychon von Peter Lenk am ehemaligen Zollhaus, das ebenfalls die „Global Players“ und deren eigennützige Machenschaften wenig schmeichelhaft vorführt.

Zum Abschluss dieses abwechslungsreichen und erlebnisreichen Wandertages kehrten wir im „Aquarama“ ein. Unser herzlicher Dank gilt Detlef für die informative Führung sowie Bärbel für die engagierte Begleitung der Wandergruppe.

Bericht: Walter Biselli

Fotos: Walter Biselli und Bärbel Zilz

Tourdaten:

Schwierigkeit: leicht
Strecke: ⬌ 14 km, ⬈ 60 hm, ⬊ 200 hm

 
Die Tour zum Nachwandern gibt es hier🔗:

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