Schwarzwaldverein Konstanz besucht die Sächsische Schweiz
Die Wanderwoche des Konstanzer Schwarzwaldvereins führte im September 14 Frauen und sechs Männer in die Sächsische Schweiz und die Weinberge Sachsens. Die Initiative hierzu ging von Vereinsmitglied Franjo Kovačić aus, der zusammen mit seiner Frau Angelika die Wanderung vorbereitete und vor Ort den Mitgliedern der Gruppe zur Seite stand.
Unterstützt wurde die Gruppe durch die Reiseagentur Corso (Meißen), die unter anderem das Gepäck von Hotel zu Hotel brachte, gelegentlich auch die Gruppe selbst. Die Hinreise zum Kurort Rathen und die Rückreise von Meißen nahmen jeweils den ganzen Sonntag in Anspruch.
Das erste Ziel war am Montag der Kleine Bärenstein: Durch einen engen Kamin kamen die Wanderer, teilweise auf allen vieren, schnell auf das Felsplateau, wo sie bei herrlichem Sonnenschein eine prachtvolle Aussicht erwartete: nahezu über die gesamte Sächsische Schweiz – die Bastei sowie Königstein und Lilienstein, die an diesem Tage noch Ziele der Wanderungen werden sollten.
Der nächste Tag führte von Rathen aus durch das Polenztal in eine phantastisch erscheinende Landschaft aus tiefen Schluchten, hoch aufragenden Felsentürmen, zwischen denen der Weg durch tunnelartige Durchgänge, über schmale Brücken und vor allem über 600 Treppenstufen bergauf und bergab führte. An diesem einzigen Regentag erschien die wilde Felslandschaft in den aufsteigenden Nebeln gerade umso märchenhafter.
Im Schlossgarten des Schlosshotels Pillnitz zeigte uns Herr Corso die Hauptsehenswürdigkeit: den 250 Jahre alten Kamelienbaum, der – dann durch eine komplizierte Glaskonstruktion geschützt – freilich erst Ende Februar in seiner roten Blütenpracht erstrahlen wird. Eine Unzahl von wunderschönen Villen, meist aus dem 19. Jahrhundert, prägten am nächsten Tag den Weg, bis die Gruppe schließlich ans Elbufer gelangte und mehr und mehr den Blick auf die berühmte Silhouette Dresdens – Frauenkirche, Hofkirche, Brühlsche Terrassen, Semperoper und Zwinger – genießen konnte.
Von Weinberg zu Weinberg ging es am nächsten Tag. Nun machte der „Sächsische Weinwanderweg“ seinem Namen alle Ehre, umso mehr, als die Wanderer nach steilem Anstieg durch die Rebstöcke oben auf der Terrasse des Spitzhauses den Wein sozusagen „gleich von nebenan“ genießen konnten. Dann wieder zurück ins Tal – zur nächsten Weinprobe? Dem wunderschön angelegten Sächsischen Staatsweingut Schloss Wackerbarth wird man wohl die Ehre erweisen … Ein wenig erschöpft von Weinen und Wegen kamen die Teilnehmenden in der (für ihre Abgeschiedenheit recht luxuriösen) Spitzgrundmühle an und freuten sich über das Freiluft-Abendessen im schönen alten Pavillon.
„Ihr könnt froh sein, dass wir überhaupt noch Platz für euch haben“ – so empfing die 84-jährige Chefin der Buschmühle am nächsten Tag zum Mittagessen. Doch erwies sie sich als begnadete Kabarettistin – die nächsten 90 Minuten hielten sich die Teilnehmer den Bauch vor Lachen. Die unattraktive Ebene bis kurz vor Meißen mit Corsos Bussen überwindend, wanderte die Gruppe anschließend durch das Spaargebirge auf die Stadt zu und hinauf zum Dom, wo sie noch vor Schließung ankam – und neben der Architektur auch die Musik aus Mozarts Requiem genießen konnte, das hier gerade geprobt wurde.
Gemächlich ging es am letzten Tag von Seußlitz aus immer wieder zwischen Weinstöcken in Richtung Meißen – nochmals herrliche Aussichten, die schöne Kirche in Zadel, die die Frauen des Ortes gerade für das Erntedankfest anderntags geschmückt hatten – und zum Schluss als Höhepunkt des Tages und gewissermaßen im Sinne des Weinwanderweges zur Weinprobe auf dem Gut des Prinzen zu Lippe, wo zu Sekt und Wein der Kellermeister humorvoll und interessant Auskunft zu vielen Fragen des Weinbaus gab.
120 Kilometer legte die Reisegruppe insgesamt zurück, 2000 Höhenmeter wurden überwunden, phantastische und malerische Landschaften durchquert, schöne Architektur gesehen. Die Teilnehmenden erhielten dabei Einblick in eine von Konstanz aus doch sehr fern erscheinende Region Deutschlands. Für alle diese Erlebnisse und Erfahrungen bedankte sich der Vorsitzende des Vereins, Detlef Zilz, bei einem Abendessen für alle Mühen der Planung und Durchführung bei Wanderführer Franjo und seiner Frau Angelika sowie bei der immer wieder hilfreichen Reiseagentur Corso.
Bericht: Gerhard Meiser
Fotos: Walter Biselli
Nachzulesen in „Der Schwarzwald“ 4/2025, S. 51
Hier gab es bereits den Rückblick zur Wanderwoche in Sachsen auf unserer Homepage.


