Rottweil und sein höchster Turm

am Sa 11.10.2025 mit Sybille Dittrich Kern und Tatiana Nelyubina

Es war ein goldener Oktobertag, die Sonne, der blaue Himmel und die bunten Wälder waren wunderbar! Gleich zu Beginn der Wanderung hieß es für 25 Wanderer ab ins Gebüsch (Sturmschäden). Starke, hilfsbereite Männer waren zwar dabei, aber keiner war Waldarbeiter mit entsprechendem Werkzeug. Danach hatte der schmale Pfad allen so gut gefallen, dass wir eine Ehrenrunde gedreht und uns eine Abzweigung zweimal angesehen haben. Lebhafte Diskussionen förderten den Teamgeist, unter Gelächter und mit guter Laune bewältigten wir viele Treppen, sahen tolle Felswände am Neckar, einen verträumten Weiler und schon standen wir vor dem Rottweiler Testturm, dann im Panorama-Aufzug mit Fenster …..sssssst…… 30 Sekunden ……. dann 242 Meter höher mit atemberaubenden Blick über Schwäbische Alb und Schwarzwald ……sssssst….. 30 Sek …….. dann wieder unten. Zu Fuß hatte es keiner versucht, der Rekord liegt bei 7 Minuten für 1390 Treppenstufen. Mittagspause!

Nach den „Technologien für die Städte von morgen“ wanderten wir auf einem hübschen Waldweg in der Zeit zurück zu den historischen Technologien, dem Industrie-Denkmal Pulverfabrik Rottweil. Fast niemand wusste, dass hier eine bedeutende Produktionsstätte für raucharmes Schießpulver gewesen war, um 1890 etwa 6000 Tonnen pro Jahr, während des 1. Weltkrieges 75% des gesamten, deutschen Pulverbedarfs. Es gibt Belege, dass vom 14. – 16. Jahrhundert auch die Schweiz beliefert wurde. Überhaupt versorgten uns die Wanderführerinnen den ganzen Tag über immer wieder mit interessanten Informationen über die Stadt Rottweil (älteste Stadt von Baden-Württemberg) und die gleichnamige Hunderasse. Bei der Gründung der Stadt, wie soll’s anders sein, spielten mal wieder die Römer eine Rolle, der Bau der römischen Kinzigtalstraße vor 2000 Jahren. Im 18./19. Jahrhundert war Rottweil ein bedeutendes Viehhandelszentrum, deshalb setzten die Metzger die Rottweiler Hunderasse als ausdauernde Hüte- und Treibhunde für Großvieh ein (Name aus dem Mittelalter auf Grund des Verbreitungsgebietes). Von der alten Fabrik im Tal wanderten wir hinauf zu dem hübschen, historischen Stadtkern von Rottweil und dem bekanntesten Wahrzeichen der Stadt, dem schwarzen Tor. Alle bewunderten die verzierten Erker an den Altstadthäusern, aber keiner versuchte mit den Wanderstöcken einen Rottweiler Narrensprung (Hüpfschritt der Narren) ……..  alle strebten der Schluss-Einkehr mit Kaffee, Kuchen und Flammkuchen entgegen. Es war ein toller Wandertag!

Danke Tatiana und Sybille!

Bericht: Ulrike Monschau

Tourdaten:

Schwierigkeit: leicht 
Strecke: 12 km ⬌, je 30 hm 

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